
Fachartikel: Automotive- und Motorraddisplays
Displaykomponenten und Steuergeräte: Ganzheitliches Testing von optischen Parametern, Touchperformance und EMV
Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl von Displays für Assistenz- und Infotainmentsysteme ausgestattet. Egal, wie lange Sie schon unterwegs sind, in welchem Winkel die Sonne scheint oder wie dunkel die Nacht auf einer unbeleuchteten Landstraße ist: Aus Sicherheitsgründen müssen die Anzeigesysteme immer zu 100 Prozent klar erkennbar bleiben, dürfen aber niemals blenden. Außerdem sind sie in der Regel nicht in einem 90-Grad-Winkel direkt vor dem Betrachter positioniert, da sich der Fahrer auf den Straßenverkehr konzentrieren muss. Der Entwicklungsdienstleister ARRK Engineering hat in ein spezialisiertes Display-Labor investiert, um Displays für Autos und Motorräder unter diesen strengen Bedingungen und individuellen Anforderungen zu testen. Das System erkennt die Position des Testgeräts im Raum und erreicht dank einer Verfahrgenauigkeit von 0,2 mm eine sehr hohe Reproduzierbarkeit, auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben den optischen Parametern bietet ARRK Engineering auch hauseigene Messungen in verwandten Bereichen wie Touch-Performance und EMV an.
„Die Umweltanforderungen an Displays in Fahrzeugen sind enorm“, sagt Simon Kleinhans, Senior Expert Display Technology und UI/UX bei ARRK Engineering. „Zum Beispiel beim Thema Licht: Wenn es heller wird und die Sonne scheint, kann man ein Handy einfach in den Schatten drehen oder abschirmen. Mit dem Auto geht das natürlich nicht.“ Fahrzeuge stehen in kalten Winternächten wie im Hochsommer in der Mittagssonne draußen und die darin verbauten Displays haben bei zweistelligen Minusgraden ebenso gut zu funktionieren wie bei großer Hitze. Dabei umfasst die Helligkeitsregelung einen deutlich größeren Bereich als bei Smartphones oder Monitoren: Die Anzeigesysteme dürfen bei Fahrten in einer Neumondnacht allein auf der Landstraße keinesfalls blenden, müssen andererseits aber am strahlenden Sommertag, wenn die Sonne direkt auf das Display im Cabrio scheint, die Geschwindigkeit und Navigation zuverlässig und gut ablesbar darstellen. Um Automobilherstellern die Möglichkeit zu geben, diese wichtigen optischen Parameter nach den erforderlichen hohen Standards flexibel zu testen, hat ARRK Engineering ein hochmodernes Displaylabor aufgebaut, das im Sommer 2025 eingeweiht wurde.


Hohe Reproduzierbarkeit aus flexiblen Blickwinkeln
„Beim Thema Displaytesting sind Automatisierung und Reproduzierbarkeit besonders wichtig“, erklärt Simon Kleinhans. „Nur so lassen sich aussagekräftige Vergleiche über den gesamten Entwicklungsverlauf und die Produktlebenszeit eines Displays anstellen.“ Das gilt umso mehr bei Messungen, die nicht exakt im 90-Grad-Winkel durchgeführt werden sollen, was im Automotive-Bereich eher die Regel als die Ausnahme ist. Denn damit Fahrer ihre Hauptaufmerksamkeit dem Straßenverkehr widmen, sind sämtliche Anzeigesysteme – mit Ausnahme von HUDs – im Fahrzeug üblicherweise im peripheren Sichtfeld angeordnet. Um passend zu unterschiedlichen Fahrzeugdesigns individuell anwendungsbezogene Messungen durchzuführen, ist nicht nur der eingesetzte Messroboter mit einer Genauigkeit von 0,2 mm hochpräzise. Das System kennt auch die Position des Device Under Test (DUT) im Raum und kann sich aus jedem Blickwinkel exakt darauf ausrichten.
So ist ARRK Engineering in der Lage, sämtliche Displaytechnologien wie LCD, miniLED, µLED und OLED sowohl als flache Varianten als auch in Curved- oder Freeform zu testen. Die Standardparameter wie Helligkeit, Kontrast, Farbtreue und Gammakurve kann der Entwicklungsdienstleister zudem flexibel nach Kundenwunsch durch zusätzliche Testverfahren ergänzen. Dabei sind auch größere Messreihen möglich, etwa um statistische Parameter zu erheben oder eine Gesamtbeurteilung von Modulen bzw. Produkten durchzuführen. „Unsere Messungen beschränken sich allerdings nicht nur auf den optischen Bereich: Wir bieten auch inhouse-Tests zu anderen relevanten Domänen wie Touchperformance und EMV an“, ergänzt Kleinhans. „Und falls ein Parameter einmal nicht die Anforderungen unserer Kunden erfüllt, sind wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Lage, Optimierungspotentiale aufzuzeigen – sei es im Bereich Mechanik, Elektronik oder Touch. Die Kollegen sind alle im selben Haus und können bei Bedarf direkt eingebunden werden.“
Für wen sind optische Vermessungen interessant? Wir kommen traditionell aus dem Automotive Bereich, unser Angebot ist jedoch grundsätzlich für jeden interessant, der Interesse an hohe Bildqualität und gleichbleibende Ergebnisse hat. Das sind unter anderem Produkte aus der Medizintechnik oder dem Prosumer und aus dem professionellen Bereich.